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Mersenne-Primzahlen

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Category Concepts

Eine Mersenne-Primzahl ist eine Primzahl, die um eins kleiner ist als eine Zweierpotenz: 2p − 1. Sie sind verschwindend selten — nur 52 sind bekannt — und doch halten sie ein Quasimonopol auf den Titel „größte bekannte Primzahl“, sie erzeugen die vollkommenen Zahlen, und sie treiben eines der am längsten laufenden Freiwilligen-Rechenprojekte des Internets an.

Die Form, und warum der Exponent prim sein muss

Schreiben wir den Kandidaten als Mp = 2p − 1. Im Binärsystem ist das eine Kette aus p Einsen: 7 ist 111, 31 ist 11111, 127 ist 1111111 — Mersenne-Zahlen sind die binären Repunits.

Ist der Exponent zusammengesetzt, lässt sich die Zahl stets faktorisieren: immer wenn a die Zahl b teilt, teilt 2a − 1 die Zahl 2b − 1 (dieselbe Algebra, die einen dezimalen Repunit durch kleinere Repunits teilbar macht). So ist 24 − 1 = 15 = 3 × 5 von Anfang an verloren. Ein primer Exponent ist daher notwendig — aber nicht hinreichend, und in dieser Lücke wird die Geschichte erst spannend: 211 − 1 = 2047 = 23 × 89. Primer Exponent, zusammengesetztes Ergebnis.

Die bekannte Folge beginnt mit: M2 = 3, M3 = 7, M5 = 31, M7 = 127, M13 = 8191, M17 = 131.071, M19 = 524.287, dann ein Sprung zu M31 = 2.147.483.647 — die zugleich der Maximalwert einer vorzeichenbehafteten 32-Bit-Ganzzahl ist, was sie gewiss zur Mersenne-Primzahl macht, der man am häufigsten zufällig begegnet.

Der Mönch, der mutmaßte

Marin Mersenne (1588-1648) war ein französischer Minimenmönch, der als das wissenschaftliche Internet seines Jahrhunderts fungierte — er korrespondierte mit Descartes, Fermat, Pascal und Galilei und leitete Ergebnisse quer durch Europa weiter, als es noch keine Fachzeitschriften gab. 1644 veröffentlichte er eine kühne Behauptung: 2p − 1 sei prim für p = 2, 3, 5, 7, 13, 17, 19, 31, 67, 127, 257 und zusammengesetzt für alle übrigen p unter 257.

Die Liste war an fünf Stellen falsch — 67 und 257 funktionieren nicht; 61, 89 und 107 funktionieren — doch ihre Überprüfung kostete die Welt fast dreihundert Jahre. Die theatralischste Korrektur kam 1903, als Frank Nelson Cole vor der American Mathematical Society einen Vortrag hielt, der zur Gänze darin bestand, schweigend 267 − 1 auf einer Tafel zu berechnen, 193.707.721 × 761.838.257.287 auf einer anderen zu multiplizieren und sich unter stehendem Applaus zu setzen. Später sagte er, die Faktoren zu finden habe „drei Jahre voller Sonntage“ gedauert. Der Name blieb den Zahlen ohnehin erhalten — ein passendes Denkmal für die Zeit, als eine gute Vermutung ihre Irrtümer überdauern konnte.

Der Lucas-Lehmer-Test: warum Mersenne-Zahlen jeden Rekord halten

Dass die größte bekannte Primzahl fast immer eine Mersenne-Primzahl ist, liegt nicht daran, dass sie häufig wären — es liegt daran, dass sie einzigartig prüfbar sind. Der Lucas-Lehmer-Test (Édouard Lucas 1876, verfeinert von Derrick Lehmer 1930) entscheidet die Primalität von Mp mit einer einzigen kinderleichten Iteration: man beginnt mit s = 4 und wiederholt s ← s² − 2 (mod Mp) genau p − 2 Mal. Die Zahl ist genau dann prim, wenn das Ergebnis 0 ist. Keine Faktorisierung, kein Zufall, keine Ungewissheit.

Damit wies Lucas 1876 von Hand nach, dass M127 = 170.141.183.460.469.231.731.687.303.715.884.105.727 prim ist — eine 39-stellige Primzahl, die 75 Jahre lang der Rekord blieb und bis heute die größte je ohne Computer gefundene ist. Als die elektronischen Computer kamen, war der Test die perfekte Arbeitslast: 1952 fand Raphael Robinsons Programm auf der SWAC fünf neue Mersenne-Primzahlen in einem einzigen Jahr, mehr als die vorangegangenen zwei Jahrhunderte zusammen.

GIMPS und die moderne Jagd

Seit 1996 liegt die Suche bei der Great Internet Mersenne Prime Search, einem der frühesten Freiwilligenprojekte des verteilten Rechnens. Jede Rekordprimzahl seither ist eine Entdeckung von GIMPS, gefunden auf Hardware, die von Büro-PCs bis hin zu — jüngst — Cloud-GPU-Flotten reicht. Der aktuelle Rekord, gefunden im Oktober 2024, ist 2136.279.841 − 1 — 41.024.320 Stellen — entdeckt von einem ehemaligen NVIDIA-Ingenieur, der den ersten GIMPS-Client der GPU-Ära laufen ließ. Der ausstehende Preis der Electronic Frontier Foundation für eine Primzahl mit 100 Millionen Stellen ist noch immer nicht eingelöst.

Gibt es unendlich viele Mersenne-Primzahlen? Vermutlich ja — Heuristiken von Lenstra, Pomerance und Wagstaff sagen sogar voraus, wie viele pro Größenordnung zu erwarten sind — doch bewiesen ist nichts. Sie werden rasch dünner: nur 52 unter den ersten 136 Millionen Exponenten.

Wo sie die übrige Mathematik berühren

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Jede Zahlenseite prüft die Mersenne-Primalität strukturell (ist n + 1 eine Zweierpotenz mit primem Exponenten, und ist n selbst prim). Mitglieder sind mit Mersenne-Primzahl markiert — sie alle, 3, 7, 31, 127, 8191, 131071, 524287 und 2147483647, stehen im dauerhaften Index. Verwandte Familien: Repunits (das Analogon zur Basis 10), Zweierpotenzen (stets um eins größer) und vollkommene Zahlen (die Euklid-Euler- Partner).

Weiterführende Literatur

Siehe auch